„Trasformatives Theater“- Unser Konzept

Workshop in 8 x 21/2 Stunden und öffentlicher Aufführung mit Celso WILLUSA

nach den Methoden des Theaters der Unterdrückten von Augusto Boal

Die Theater-Werkstatt Trasformatives Theater arbeitet mit den Methoden des sogenannten Theaters der Unterdrückten, das von dem brasilianischen Dramaturgen Augusto Boal entwickelt und als erste lateinamerikanische Theaterform weltweit bekannt geworden ist.

Es handelt sich um eine Methode, die sich an Schauspieler und Laien richtet.

Trasformatives Theater ist eine ästhetische Methode die, systematisch, Übungen, Spiele und Schauspieltechniken nutzt, um die physische und moralische Befreiung („Enthemmung und Entmechanisierung“) der TeilnehmerInnen sowie eine Demokratisierung des Theaters zu bewirken. Es werden dabei auch praktische Bedingungen geschaffen, in denen die Teilnehmer*innen sich Mittel aneignet, selbstständig Theater zu schaffen, um damit seine Ausdrucksmöglichkeiten im täglichen Leben und im Theater zu erweitern.

Außerdem wird eine direkte und positivierende Kommunikation zwischen der Gruppe der Werkstatt-TeilnehmerInnen und den ZuschauerInnern geschaffen: das „Forum“.

Mit dem Trasformativen Theater wird versucht, dem Theater neue Dimensionen zu eröffnen, um es zu einem wirksamen Mittel im Verständnis von individuellen und sozialen Problemen zu machen und Lösungsmöglichkeiten zu finden.

Mit seinen pädagogischen, sozialen, kulturellen, politischen und therapeutischen Ausrichtungen hat es sich vorgenommen, den sonst im Theater-Phänomen als passives Wesen erscheinenden Zuschauer zu einem Hauptdarsteller der dramaturgischen Handlung (bzw. Subjekt, Schöpfer und Transformator) werden zu lassen.

  • Jeder wird angeregt, über die eigene Vergangenheit nachzudenken, die eigene gegenwärtige Wirklichkeit zu transformieren und die persönliche Zukunft selbst zu erschaffen.
  • Das einzelne Individuum wird sich in der jeweiligen künstlerischen, sozialen oder politischen Anwendung allmählich Bedingungen schaffen, in denen es sich Selbst erkennt und als ein Subjekt der eigenen Lebensgeschichte versteht.

 

Unser Angebot

  • Celso Willusa (linkes Foto) wird eine ForumtheaterWerkstatt organisieren und leiten, wo Übungen, Spiele und Theatertechniken aus der Methode des von Augusto Boal geschaffenen Theaters der Unterdrückten angewandt werden.
  • Die TeilnehmerInnen des Workshops werden gemeinsam ein Forumtheater-Stück erarbeiten, das sich auf einige Situationen von Unterdrückung gründet, die sie selbst erlebt haben oder bei denen sie Zeuge waren.
  • Dieses Forum-Stück kann, wenn dies die TeilnehmerInnen wünschen, öffentlich zur Aufführung gebracht werden. Dann kann das Publikum in den Lauf der Geschichte eingreifen, denn beim Forumtheater ist das eben so üblich: Sie wohnen einer Aufführung bei und am Ende können Sie auf die Bühne kommen, um in die Geschichte intervenieren, um zu versuchen, die bestehenden Konflikte zu lösen

„Jeder stellt etwas dar, agiert, interpretiert.

Wir sind alle Schauspieler – sogar die Schauspieler“. (Augusto Boal)

 

 

 

Unsere Position

Theater ist Gemeinschaft, bedeutet Teil einer Gruppe zu sein, die etwas hervorbringt, etwas aufbaut und dabei der Gesellschaft Umwandlungen vorschlägt. Theater ist auch ein Aktionsraum, ist Austausch von Wissen, ist szenische Erfahrung und damit ein besonderer Raum für Schöpfung und Ausdruck.

  • Diese Werkstatt will Theater als ein Instrument der persönlichen und sozialen Transformation erfahrbar machen.

 

Allgemeine Zielsetzungen

  • Mit Hilfe von Spielen und Theater-Techniken soll es den TeilnehmerInnen erleichtert werden, mit der Bühnenkunst in Kontakt zu treten.
  • Eine Theatergruppe soll gebildet und organisiert werden.
  • Es soll Kreativität gefördert werden, kritischer und ästhetischer Sinn geschult bzw. gebildet werden.
  • Die demokratische Identifikation und der Gemeinsinn sollen in das Bewusstsein gebracht werden.
  • Es soll die Methode des Theaters der Unterdrückten von Augusto Boal verbreitet werden.

 

Spezifische Zielsetzung

Es soll ein Forumtheater zur Aufführung gebracht werden, dessen Handlung auf realen Ereignissen beruht. Darin geraten die Unterdrückten und Unterdrücker eindeutig und objektiv betrachtet in einen Konflikt, indem sie ihre gegensätzlichen Interessen verteidigen. In diesem, von den TeilnehmerInnen des Workshops szenisch dargestellten Konflikt beugt sich der bzw. die Unterdrückte dem bzw. der UnterdrückerIn. Dann wird jemand aus dem Publikum (von dem Workshop-Leiter) aufgefordert, auf die Bühne zu treten, um eine andere Lösung in dem inszenierten Problem zu finden.

 

 

Methodologie

  1. Integrative Gruppenübungen und –spiele:
  2. Alles fühlen, was sich berühren lässt
  3. Alles hören, was zu hören ist
  4. Die verschiedenen Sinne aktivieren
  5. Alles sehen, was zu sehen ist
  6. Die Erinnerung der Sinne
  7. Körperlicher Ausdruck
  8. Improvisation
  9. Interpretation
  10. Dramaturgie
  11. Geschichte

 

Arbeitsphasen

Entstehungsprozess des Stückes im Forumtheater:

  1. Integrationsspiele / Entdecken der gemeinsamen Motivation
  2. Wahl des Themas und der Geschichte / Improvisation
  3. Organisation der Dramaturgie / gemeinschaftliche Redaktion (Erstellen und Verfeinern) des Textes
  4. Gedächtnistraining / Probentechniken
  5. Forum-Proben/ Bühnenbild
  6. Generalprobe
  7. Aufführung
  8. Auswertung

 

Zielgruppe der Werkstatt-TeilnehmerInnen

10 -30 Jugendliche und Erwachsene, die lernen möchten, sich auszudrücken und etwas durch das Theater zu verändern.[1]

Was ist eine „Theater-Werkstatt?

  • Die Theater-Werkstatt ist eine reale pädagogische Innovation…
  • Sie ist keine Methode oder Technik an sich, sondern eine Handlungsmodalität, eine Art und Weise zu Handeln.
  • Die „Werkstatt“ ist nicht nur ein Ort, um etwas tun zu lernen. Es geht vor allem um das Denken und das Fühlen, um den Austausch von Ideen, die Problemfindung, um das Spiel und die Recherchen, die Lösungsfindung und um die Zusammenarbeit.
  • Die genaue Untersuchung der Umstände, Handlungsbereitschaft und Reflektion sollen durch die Werkstatt gefördert werden. Sie soll helfen, die individuelle Arbeit mit der gemeinschaftlichen Zielsetzung zu verbinden.
  • Eine Werkstatt sollte immer die Einheit zwischen Theorie und Praxis garantieren.
  • Sie sieht die gemeinsame Realisation von Projekten vor(aus).

 

Warum ist das Forumtheater für alle Menschen sinnvoll?

„O mundo encurta, o tempo se dilui:

o ontem vira agora; jà està feito.

Tudo muito rapido.

Debater o que se diz e o que se mostra (…)

parece me algo cada vez mais importante.“

(Paulo Freire) [2], [3]

Wir leben in einer Epoche der Schnelllebigkeit, in der die menschlichen Beziehungen in einem enormen Tempo und Komplexität ablaufen. Jeden Tag stoßen wir auf unzählige Konflikte und wissen kaum damit umzugehen.

Das Debattier-Theater, das Theater-Spiel kommt mit der Möglichkeit daher, Strukturen der Lösungsfindung zu schaffen und hilft uns, unsere Zeit und uns selbst besser kennen zu lernen. Es ist eine sozialtherapeutische Theaterkunst, die angesichts alter und neuer Herausforderungen des Alltags die Menschen zum Nachdenken anregt und plötzlich Lösungen für die angesprochenen Probleme aufwirft.

  • Wir organisieren Forumtheater-Werkstätten in allen Bereichen des sozialen Lebens.
  • Monatliche Workshops finden voraussichtlich ab Januar 2016 statt.

 

Schreiben Sie, oder rufen Sie uns an!

September 2015

[1] Sehen Sie z.B. auf folgenden Internet-Seiten Informationen zu weltweit stattfindenden Workshops zum Theater der Unterdrückten: http://ptoweb.org/, http://www.theatreoftheoppressed.org, https://en.wikipedia.org/wiki/Theatre_of_the_Oppressed

[2] Ü: Die Welt wird kürzer, die Zeit verdünnt sich; gestern wird heute; schon ist es vorüber. Alles sehr schnell. Debattieren was und wie etwas gesagt und gezeigt wird, das erscheint mir, immer mehr von Bedeutung zu sein.

[3] Foto links: Paulo Freire und Augusto Boal auf dem internationalen Kongress der PTO (Pedagogy and Theater of Opressed) in Omaha, Nebraska 1995-1998

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